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Austrian Internet Congress 1996

Vom 7. bis 11. Oktober 1996 treffen sich Wirtschaftsexperten zum Meinungsaustausch beim Austrian Internet Congress in Bad Kleinkirchheim.

02.10.1996 | 00:00 | Christian Haderer (Wirtschaftsblatt), Christian Haderer

Bad Kleinkirchheim. Bereits zum zweitenmal treffen sich heuer Experten aus der Wirtschaft mit Internet-Anbietern und (potentiellen) Anwendern beim „Austrian Internet Kongress“ in Bad Kleinkirchheim.

Die vom Tourismusverband Bad Kleinkirchheim und Erwin Werdenigg ins Leben gerufene Veranstaltung soll „die zunehmende Mobilisierung und die vielfältigen Möglichkeiten reflektieren, die moderne Kommunikationstechnologien, insbesondere das Internet, bieten.“

Lockere Atmosphäre

Zahlreiche Experten aus dem Business-Bereich sollen für eine fundierte Vortrags-Basis sorgen, auf der Round-table Gespräche und Workshops aufbauen.

Werdenigg: „Und das ganze soll in einer Atmosphäre stattfinden, die nicht vom Krawattenzwang geprägt ist.“ Abseits der kongreßüberfrachteten Landeshauptstädte habe sich Bad Kleinkirchheim fast von selbst angeboten, da der lokale Tourismusverband schon vor einem Jahr neue Marketing-Möglichkeiten im Internet ortete.

Schwerpunkte der heurigen, mit einem Budget von 2,5 Millionen Schilling ausgestatteten Veranstaltung, sind Electronic Commerce, Werbung und Marketing, Tourismus und Medien sowie die verstärkt aufkommende Technologie der Intranet-Netzwerke.

„Der Austrian Internet Congress ist sicherlich die umfassendste Branchenveranstaltung Österreichs“, sagt Werdenigg. Trotz zweihundert erwarteten Teilnehmern ist der Kongreß allerdings nicht über Gebühren finanzierbar. Dies sei, so Werdenigg, erst durch die Unterstützung von Branchengrößen wie dem Workstation-Hersteller Digital Equipment, dem Datenbank-Leader Oracle Systems sowie der Bank Austria möglich.

„Der Austrian Internet Congress ist noch ein Baby“, weiß Werdenigg: „Und zu einem Baby sollte man nett sein.“

Tourismus-Netz

Angespornt durch die Resonanz auf den Internet-Kongress soll Bad Kleinkirchheim im Herbst auch zur zentralen Schaltstelle eines interaktiven Informationssystems werden.

In Kooperation mit dem Tourismusverband, den Bergbahnen, der Gemeinde, lokalen Kabelbetreibern, der Firma netAGE und der Raiffeisenbank entsteht mit „Nocknet Bad Kleinkirchheim“ ein breitbandiges Informationssystem, das die Grundlage „neuer Serviceleistungen und neuer touristischer Angebote“ liefert, so Tourismusdirektor Wolfang Eder.

Das Nocknet steht mit dem Internet in Verbindung und soll unter anderem auch die Verrechnung von Leistungen ermöglichen. An für die nächsten 18 Monate angesetzte Realisierung des Projekts sind auch Partner aus der Industrie beteiligt, wie etwa die Computerfirmen Digital Equipment, Oracle Systems und Alcatel.

Wolfgang Eder: „Das Nocknet-Projekt und der Internet-Kongress sind einerseits die notwendige Basis, andererseits die sichtbare Spitze des Eisberges. Uns geht es neben diesen Highlights aber vor allem um die Folgeerscheinungen: Das Entstehen einer Szene, eines internationalen Treffpunkts – und die Horizonterweiterung für globales, vernetztes Denken. Es ist für alle touristischen Anbieter in Zeiten des härtesten, globalen Wettbewerbs überlebenswichtig. Auch und gerade für ein Dorf wie Bad Kleinkirchheim, das zu hundert Prozent vom Tourismus lebt.“

Weiteren Zuwachs soll der Bad Kleinkirchheimer Internet-Kalender mit einem von der Wiener Kommunikationsagentur KraftWerk veranstalteten „Impract“-Workshop erhalten. Der Event beschäftigt sich mit „Teleworking Tourism“ und gibt Managern die Möglichkeit, Teamarbeit und Freizeit intensiv miteinander zu verbinden und Projekte in Arbeitsgruppen am Netz fortzusetzen. Auch die Ansiedlung virtueller Firmen ohne zentralen Firmensitz ist in Bad Kleinkirchheim geplant: Tourismusdirektor Wolfgang Eder: „Wir sind in sehr konkreten Gesprachen.“

Im Laufe des nächsten Jahres sollen die wichtigsten Hotels der Gemeinde komplett mit der technischen Infrastruktur ausgestattet sein und verstärkt im Kongreß- und Seminarbereich tätig werden.

Austrian Internet Congress ’96

Veranstaltungszeitraum: 7. bis 11. Oktober, Bad Kleinkirchheim.
Programm: Vorträge, Workshops, Präsentationen und Roundtable-Gespräche. Parallel dazu präsentieren junge Unternehmen ihre Projekte, wodurch sich spontane Hands-On Workshops ergeben.
Schwerpunkte: Intranet (7. 11.), Java (7. 11.), Electronic Commerce (8. 11.), Werbung, Marketing, (9. 11.), Tourismus (10. 11.), Medien (11. 11.). Kosten pro Tag: Kongress: 5880,- S; Workshops: 8280,-; Kombipaket (je 2 Tage): 11.880,-.
Zielgruppe: Unternehmer, Geschäftsführer, Manager, Consultants, Banken, Finanzdienstleister, Werbe-, Marketing- und PR-Spezialisten, Medienherausgeber und Journalisten, Tourismus- und Hotelmanager.
Internationale Speaker: Thomas Moersdorf (Palo Alto), Claus Driever (Pro 7), Jose Alberto Millan (European Commission), Sabine Messner (Hotwired, San Francisco) und zahlreiche andere.
Veranstalter: Wolfgang Eder, Tourismusdirektor Bad Kleinkirchheim, und Erwin Werdenigg, Chef des virtuellen Unternehmens netAGE.
Anmeldung: Tourismusverband, 9546 Bad Kleinkirchheim. Tel: (04240) 82 12. Fax: 85 37. Internet: http://www.vienna.at/aic/

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